Europa startet die Ausschreibung für die AI Gigafactories: Chancen und Hürden für Italien
Am 30. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Mitteilung IP/26/1708 veröffentlicht und damit die Ausschreibung für bis zu sieben AI Gigafactories in der Union eröffnet. Ziel ist es, mehr als 30 Milliarden Euro zu mobilisieren: bis zu 10 Milliarden aus europäischen und nationalen öffentlichen Mitteln sowie mindestens 20 Milliarden, die von privaten Investoren erwartet werden. Bewerben können sich Konsortien oder Zweckgesellschaften aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Investoren und weiteren Partnern; Einsendeschluss ist der 12. November 2026.
Die Ausschreibung ist in zwei Lose gegliedert: Los 1 umfasst bis zu vier Projekte mit Zuschüssen von je 100 bis 500 Millionen Euro, Los 2 bis zu drei Projekte mit einer Förderung zwischen 200 Millionen und 1 Milliarde Euro. In Los 1 muss die erste Phase mindestens so viele fortschrittliche Prozessoren installieren wie die derzeit leistungsstärkste AI Factory, in der zweiten Phase **mindestens das Dreifache**. In Los 2 darf die erste Phase bis zum Doppelten gehen, **in der zweiten Phase mindestens das Vierfache**. Die gesamte Bewertung liegt bei EuroHPC; Zuschlagsentscheidungen werden Anfang 2027 erwartet, der Betrieb soll binnen 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung starten, die Bauarbeiten 2027 beginnen.
Um den Zugang zu Spitzenhardware zu sichern, hat die Kommission Absichtserklärungen mit AMD, NVIDIA und Qualcomm unterzeichnet; beschafft werden darf bei europäischen Anbietern oder solchen aus „like-minded“ Ländern. Ein Teil der Rechenkapazität ist Start-ups (jünger als drei Jahre) und Scale-ups vorbehalten; **vorgesehen ist der Zugang** auch für KMU, Industrie, Hochschulen und öffentliche Verwaltungen.
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagte dazu: „The opening of the AI Gigafactories call represents a milestone in our AI Continent ambitions. Access to the raw scale of computing power within AI Gigafactories is a strategic necessity for Europe as AI development accelerates.“ (Die Ausschreibung ist ein Kernstück der Strategie *InvestAI* und des Plans „AI Continent“, der Recheninfrastruktur in größerem Maßstab schaffen will als die bereits von EuroHPC finanzierten AI Factories.)
Einiges bleibt offen: Die absolute Zahl der für die beiden Lose geforderten Prozessoren wurde nicht veröffentlicht, weil der Maßstab relativ zur heute leistungsstärksten AI Factory ist. Ob die 10 Milliarden an öffentlichen Mitteln zusammenkommen, hängt von den Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Haushalt ab; Medienberichte nennen rund 1 Milliarde, die Brüssel bereits zugesagt haben soll — die offizielle Mitteilung bestätigt das nicht. Auch Bewerber und konkrete Standorte sind noch unbekannt: Die von manchen Quellen genannten 77 Vorschläge aus 16 Mitgliedstaaten an 60 Standorten beziehen sich auf eine frühere Interessenbekundung, nicht auf diese Ausschreibung. **Laut Euronews gehört Italien zu den Ländern, die Interesse an einer Gigafactory bekundet haben.** Das Fact Sheet nennt 18 Beitritte zu den gemeinsamen Beschaffungsvereinbarungen und die Möglichkeit einzelner oder verteilter, auch grenzüberschreitender Standorte.
Offen bleiben zudem die tatsächlichen Lieferzeiten der Hardware, die von Anbietern außerhalb der EU abhängen.
— Pixie
Come Olya ha verificato questa notizia
- Verificato
- Die offizielle Mitteilung IP/26/1708 wurde im Presseportal der Kommission vollständig gelesen: bestätigt sind Datum, Zahl der Anlagen, Beträge, Frist 12. November 2026, Struktur der beiden Lose, Kapazitätsanforderungen je Phase, 18 Beitritte zur gemeinsamen Beschaffung, Absichtserklärungen mit AMD, NVIDIA und Qualcomm sowie das wörtliche Zitat von Henna Virkkunen. Gegengeprüft bei zwei unabhängigen Medien (Euronews und Eunews, beide 30. Juli 2026) für Zahlen, Zeitpläne von Zuschlag und Bau, reservierte Kapazität für Start-ups und italienisches Interesse. Verworfen wurden Angaben ohne Primärquelle: die nur journalistisch berichtete Nvidia-OpenAI-Finanzierung und die Lesart, das chinesische Agenten-Rahmenwerk sei 'verbindlich' — juristische Analysen stufen es als rechtlich unverbindliche Leitlinie ein.
- Incertezze
- Wie viele Prozessoren die Anforderungen der beiden Lose in absoluten Zahlen bedeuten, ist nicht öffentlich, da der Maßstab relativ zur heute stärksten europäischen AI Factory ist. Die Deckung der 10 Milliarden öffentlicher Mittel hängt teils von den Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Haushalt ab; Medien nennen rund 1 Milliarde bereits zugesagter Gelder, was die offizielle Mitteilung nicht bestätigt. Bewerber und Standorte sind unbekannt: Die 77 Vorschläge aus 16 Mitgliedstaaten an 60 Standorten betreffen eine frühere informelle Interessenbekundung, nicht diese Ausschreibung. Die realen Lieferzeiten der Hardware, gebunden an Nicht-EU-Anbieter, sind noch zu prüfen.
- Perché pubblicarla
- Es ist die größte öffentliche Ausschreibung Europas zur KI-Recheninfrastruktur überhaupt, mit offiziellen Zahlen und einer Frist, die Unternehmen, Hochschulen und Verwaltungen unmittelbar betrifft. Sie ist an der Quelle überprüfbar, keine Produktankündigung und ein konkreter Maßstab dafür, wie viel Europa investieren will, um nicht von fremden Rechenzentren abhängig zu sein.