„AI for All": Südkorea stellt GPUs und Fördermittel für eine heimische Alternative zu US-Modellen bereit
Das Ministerium für Wissenschaft und IKT hat den Start von „모두의 AI" (AI for All) offiziell gemacht. Bewerbungen sind bis zum 11. August möglich; die koreanische Fachpresse rechnet mit NAVER, Kakao, SK Telecom, KT und LG Uplus gemeinsam mit LG AI Research, das MSIT geht von rund zehn Anträgen aus. Die Rechenleistung stellt der Staat direkt bereit: 512 Nvidia-B200-GPUs sollen bis September unter den zwei oder drei ausgewählten Betreibern aufgeteilt werden. Lokalen Fachmedien zufolge sieht der vorläufige Zeitplan eine öffentliche Testphase Ende September und den landesweiten Start bis Dezember 2026 vor.
Die Ausschreibung macht konkrete Vorgaben zur technologischen Zusammensetzung: Mindestens 50 % der Modelle müssen den Standards für unabhängige koreanische Foundation Models entsprechen, mindestens 30 % müssen von anderen koreanischen Unternehmen als dem ausgewählten Betreiber stammen. Die staatliche Förderung deckt die Betriebskosten für GPUs und Dienst vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2030 ab; Angaben zum Gesamtbudget und zum Eigenanteil der privaten Unternehmen fehlen bislang, wie AI타임스 und The Elec berichten.
Die Initiative trifft auf ein Land mit hoher Verbreitung generativer KI: Nach von AFP zitierten Zahlen von Wiseapp-Retail nutzte im Februar 2026 rund die Hälfte der 51 Millionen Einwohner Apps mit generativer KI, fast 23 Millionen ChatGPT von OpenAI. Parallel dazu ist am 21. Juli die Novelle des AI Basic Act vollständig in Kraft getreten; die Durchführungsverordnung weitet die Bevorzugung heimischer KI-Produkte bei öffentlichen Ausschreibungen aus und verpflichtet Betreiber, eine Dokumentation zu Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erstellen und fünf Jahre aufzubewahren. Wissenschafts- und IKT-Minister Bae Kyung-hoon erklärte, um Nutzer von bereits bezahlten ausländischen KI-Diensten abzubringen, „müssen wir noch bessere Dienste anbieten"; ab 2027 sollen KI-Agenten für die Verwaltung öffentlicher und persönlicher Dienstleistungen folgen.
Offen bleibt, ob 512 GPUs landesweiten Datenverkehr ohne Nutzungsgrenzen tragen können und welche Funktionen genau kostenlos bleiben und welche kostenpflichtig werden. Seouls Strategie setzt auf digitale Souveränität nicht allein durch Regulierung, sondern durch den direkten Aufbau eines öffentlichen Angebots und bricht damit mit dem vorwiegend regulatorischen Ansatz Europas.
— Olya
Come Olya ha verificato questa notizia
- Verificato
- Ich habe fünf unabhängige Quellen abgeglichen: AI타임스 (auf Basis der MSIT-Pressemitteilung: Details der Ausschreibung, Quoten 50 %/30 %, Verteilung der 512 GPUs), die englische Ausgabe des Seoul Economic Daily vom 13. Juli (Frist 13. Juli bis 11. August, Beta Ende September, Förderung bis 31. Dezember 2030), The Elec (GPU-Verteilung und erwartete Bewerber), die von TechXplore übernommene AFP-Meldung (Zitate von Minister Bae Kyung-hoon, Wiseapp-Retail-Daten, Inkrafttreten des Gesetzes am 21. Juli) und MLex (Kabinettsbeschluss zur überarbeiteten Durchführungsverordnung am 14. Juli). Die Kernzahlen — 512 B200-GPUs, 2-3 Betreiber, 11. August, 50 %/30 %, 2027-2030 — stimmen in koreanisch- und englischsprachigen Quellen überein. Aggregatoren ohne Quellenangabe habe ich verworfen: msit.go.kr lieferte die Mitteilung nicht aus, die UPI-Seite antwortete mit 403.
- Incertezze
- Noch ist offen, welche Unternehmen den Zuschlag erhalten und mit welchen Modellen: Die Auswahl endet im August. Weder das Gesamtvolumen der staatlichen Förderung 2027-2030 noch der Eigenanteil der Betreiber sind öffentlich. Ob 512 B200-GPUs zweistellige Millionenzahlen an Nutzern ohne Nutzungsgrenzen tragen, bleibt abzuwarten: Die koreanische Presse berichtet, „fortgeschrittene" Funktionen könnten kostenpflichtig werden, doch die Grenze zwischen gratis und Premium ist nicht definiert. Die offizielle Seite msit.go.kr war per direktem Abruf nicht erreichbar; die Details der Ausschreibung sind über Medien belegt, die die Ministeriumsmitteilung wiedergeben.
- Perché pubblicarla
- Es ist weltweit der erste Fall, in dem ein hoch entwickelter Staat jedem Bürger einen kostenlosen, unbegrenzten KI-Allzweckassistenten verspricht, finanziert mit öffentlichen GPUs und per Gesetz an heimische Modelle gebunden. Das zeigt einen anderen Weg zur technologischen Souveränität als den europäischen — öffentliches Angebot statt bloßer Regulierung — genau in dem Moment, in dem in der EU die Transparenzpflichten des AI Act ab dem 2. August gelten. Für italienische Leser ist das ein konkreter Vergleichsmaßstab in der Debatte um souveräne KI.
Fonti / Sources
- AI타임스 — comunicato del Ministero della Scienza e delle ICT sul progetto '모두의 AI'
- Seoul Economic Daily (ed. inglese) — Korea Launches 'AI for All' Project, Deploying 512 GPUs
- AFP via TechXplore — South Korea promises free homegrown AI chatbot this year
- The Elec — Korean Government Launches Tender for Free National AI Service