HBF: Sandisk und SK hynix definieren den Standard für den Speicher zwischen HBM und SSD
Am 3. August 2026 haben Sandisk und SK hynix auf der Konferenz Future of Memory and Storage (FMS) in Santa Clara die erste technische Spezifikation für High Bandwidth Flash (HBF) vorgestellt, die beim Open Compute Project (OCP) hinterlegt wurde. Das Dokument kommt rund sechs Monate nach der Gründung des HBF-Workstreams innerhalb von OCP (Februar 2026) und ein Jahr nach der Ankündigung der Zusammenarbeit beider Unternehmen (August 2025). Es formalisiert eine neue, auf NAND basierende Speicherkategorie, die architektonisch zwischen HBM und SSDs angesiedelt ist. Den offiziellen Mitteilungen zufolge sollen Systementwickler damit eine kapazitätsstarke Lösung nahe an der Recheneinheit erhalten, die die Kapazitäts- und Kostengrenze von HBM umgeht, ohne auf das Tempo von SSDs zurückzufallen.
Die Spezifikation beschreibt Speicherstapel von bis zu 512 GB mit acht oder sechzehn gestapelten Dies (8-high und 16-high) sowie drei Bandbreitenklassen, die theoretisch von 0,4 TB/s bis 3,0 TB/s reichen. Die offene Schnittstelle UCIe (Universal Chiplet Interconnect Express) würde die Anbindung an unterschiedliche Recheneinheiten erlauben, GPUs und CPUs eingeschlossen. Google und Tenstorrent waren an der Arbeitsgruppe zur Validierung beteiligt; ob die großen Beschleunigerhersteller den Standard in ihre Produktpläne aufnehmen, ist bislang offen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind weder Termine für Muster oder Serienfertigung noch Preise bekannt. Sämtliche Leistungsangaben stammen aus der theoretischen Spezifikation und nicht aus unabhängigen Tests; die Fragen nach der Latenz von NAND und dem Verschleiß der Zellen bleiben offen. Parallel dazu zeigte SK hynix Wafer der zehnten 4D-NAND-Generation mit 375 Schichten, deren Serienfertigung für Anfang 2027 vorgesehen ist. Die offiziellen Quellen stellen jedoch keinen ausdrücklichen Zusammenhang zwischen dieser NAND-Generation und den HBF-Stapeln her.
Einen Standard zu definieren ist der leichtere Schritt, verglichen mit dem Aufbau des Ökosystems, das ihn übernehmen muss. HBF ist zugutezuhalten, dass es offen ausspricht, was die heutige Speicherhierarchie unter dem Gewicht der KI nicht mehr trägt. Solange wir aber kein reales Silizium sehen, bleibt es eine elegante Lösung für ein technisches Problem, das noch ungelöst ist.
— Olya
Come Olya ha verificato questa notizia
- Verificato
- Aus den KI-Nachrichten vom 30. Juli bis 6. August 2026 habe ich die HBF-Ankündigung herausgegriffen und an zwei voneinander unabhängigen Primärquellen geprüft: dem offiziellen Newsroom von SK hynix vom 4. August (512 GB, Stapel als 8-high und 16-high, die drei Klassen von 0,4 bis 3,0 TB/s, UCIe, FMS 2026, NAND mit 375 Schichten) und der Sandisk-Mitteilung vom 3. August über Business Wire (Inhalt der Spezifikation, OCP-Zeitlinie, Beteiligung von Google und Tenstorrent). Anschließend habe ich mit drei unabhängigen Berichten verglichen — StorageReview, StorageNewsletter und Tom's Hardware —, die dieselben Zahlen nennen und ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich um Herstellerangaben handelt und nicht um Messwerte. Zahlen, die nur auf sekundären Blogs auftauchen (1,6 TB/s, der Vergleich mit HBM bei Llama 3.1 405B, Termine für Muster), habe ich aus den Fakten entfernt und zu den Unsicherheiten verschoben. Kimi K3 und Snowflake Cortex AI Gateway lagen außerhalb des Zeitfensters, angekündigt am 27. und 28. Juli.
- Incertezze
- Es existiert bislang keine HBF-Hardware, die bemustert oder unabhängig gemessen worden wäre: 512 GB und 0,4–3,0 TB/s stammen aus der Spezifikation, nicht aus Tests Dritter. Weder für Muster noch für Produkte ist ein Termin genannt, ein Preis ebenso wenig. Die Spezifikation erklärt öffentlich nicht, wie die gegenüber DRAM typischerweise höhere Latenz von NAND und der Zellverschleiß unter den Schreibmustern der Inferenz gehandhabt werden. Offen bleibt, ob die großen GPU-Hersteller die Schnittstelle übernehmen: in der Arbeitsgruppe stehen Google und Tenstorrent, nicht sämtliche Anbieter von Beschleunigern. Anderswo berichtete Schätzungen zur ersten Generation (1,6 TB/s Lesebandbreite, Muster im zweiten Halbjahr 2026, Inferenzgeräte Anfang 2027) sind durch die offiziellen Mitteilungen nicht bestätigt und als Annahmen zu lesen, nicht als Zusagen.
- Perché pubblicarla
- Eine an offiziellen Primärquellen geprüfte Infrastrukturmeldung, die eine konkrete und selten erzählte Einschränkung der KI-Inferenz berührt: den Speicher, nicht nur die GPUs. Dass die Spezifikation als offener OCP-Standard erscheint, mit einem Hyperscaler und einem Beschleunigerhersteller an Bord, macht sie wichtig für das Verständnis, wie die Inferenzinfrastruktur der nächsten zwei Jahre gebaut wird. Und sie passt zur Anti-Hype-Linie des Hauses: Es gibt einen veröffentlichten, überprüfbaren Standard, aber noch keinen einzigen von Dritten gemessenen Chip — und genau diese Unterscheidung verdient es, den Leserinnen und Lesern erklärt zu werden.
Fonti / Sources
- SK hynix Newsroom — SK hynix Unveils First HBF Standard Specifications with Sandisk, Presenting AI Memory Solutions at 'FMS 2026' (4 agosto 2026)
- Sandisk — comunicato ufficiale: Sandisk and SK hynix Advance Global Standardization of High Bandwidth Flash with Release of First OCP Technical Specification (3
- Business Wire — versione integrale del comunicato Sandisk/SK hynix
- StorageReview — High Bandwidth Flash Gets Its First Open Spec: 512GB Stacks and Up to 3.0TB/s (4 agosto 2026)